Was ist Kalibrieren?

Feststellen und Dokumentieren der Abweichung der Anzeige eines Messgerätes oder einer Maßverkörperung oder das feststellen der Abweichung vom angegebenen zum „tatsächlichen Wert“. Um Rückschluss auf den Tatsächlichen Wert zu gewährleisten, müssen alle Messgeräte Maßverkörperungen über mehrere Zwischenschritte an die staatlichen Normale rückgeführt werden.

 

Die effiziente Durchführung von Kalibrierungen erfordert umfangreiche Kenntnisse über:

  • Relevante Normen für Prüfmittel
  • Konstruktive Eigenschaften und Funktionen von Prüfmitteln
  • Möglicherweise auftretende Messabweichungen sowie deren Ursachen (die sich unter anderem aus den konstruktiven Eigenschaften und dem Funktionsprinzip ergeben)
  • Sinnvolle Festlegung von Grenzwerten für Messabweichungen von Prüfmitteln
  • Erstellung von Stammdaten und Kalibrieranweisungen
  • Auswertung der Kalibrierergebnisse und Berechnung der Messabweichungen
  • Aufzeichnung der Kalibrierergebnisse
  • Festlegung des Kalibrierumfangs bei Eingangs- und Überwachungsprüfung
  • Bestimmung von Kalibrierintervallen mit gutem Verhältnis von Aufwand und Nutzen

 

Die Vorgehensweise bei Kalibrierungen

  • Die Grundlage für Kalibrierungen bilden gültige Kalibrieranweisungen, welche die einzelnen zu kalibrierenden Merkmale sowie deren Grenzwerte (Annahmekriterien) enthalten.
  • Darüber hinaus ist ein System zur Terminüberwachung erforderlich. Dieses muss Auskunft darüber geben, wann welches Prüfmittel der nächsten Kalibrierung unterzogen werden muss.
  • Für die eigentliche Kalibrierung sind neben einer geeigneten Umgebung die benötigten Normale bzw. Referenzmessmittel erforderlich, die ihrerseits der Prüfmittelüberwachung unterliegen und auf nationale oder internationale Normale rückführbar sein müssen.
  • Bei der Kalibrierung ist zunächst der Zustand des Prüfmittels festzustellen und aufzuzeichnen. Dazu gehören etwaige Beschädigungen, die Lesbarkeit der Anzeige/ Skalen sowie die Funktionsfähigkeit des Prüfmittels über den vollen Messbereich. Anschließend wird die Kalibrierung vorbereitet. Dazu wird das Prüfmittel gereinigt und ggf. der Messaufbau für die Kalibrierung vorbereitet.
  • Die bei jeder Kalibrierung auftretende Kalibrierunsicherheit ist zu ermitteln und im Kalibrierbericht aufzuzeichnen.
  • Die Kalibrierergebnisse sind dann auszuwerten und unter Berücksichtigung der Unsicherheit mit den zuvor festgelegten Annahmekriterien zu vergleichen. Daraus wird der Kalibrierentscheid abgeleitet (i.O./n. i.O.) sowie das nächste Kalibrierintervall festgelegt (auf Basis der Bewertung aktueller und vorausgegangener Kalibrierergebnisse). Das Prüfmittel wird entsprechend mit dem nächsten Kalibriertermin gekennzeichnet.